Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau: Optimale Werte für jede Phase

Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau Titelbild

Die Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau ist einer der am häufigsten unterschätzten Klimafaktoren im Growroom. Die LWG Bayern weist in ihrer Forschung zu Botrytis und Schimmelprävention regelmäßig auf die zentrale Rolle der relativen Luftfeuchtigkeit Cannabis hin. Zu hohe Werte fördern Schimmel und Fäulnis, zu niedrige Werte stressen die Pflanze und bremsen das Wachstum – beides kostet Ertrag und Qualität. Wer die optimale Luftfeuchtigkeit Cannabis für jede Wachstumsphase kennt und konsequent einhält, legt den Grundstein für gesunde, ertragreiche Pflanzen. In diesem Guide erfährst du alles, was du über Luftfeuchtigkeit Cannabis, VPD und die richtige Klimakontrolle im Growzelt wissen musst. Solltest du dabei Nährstoffprobleme oder gelbe Blätter bemerken, wirf auch einen Blick in unseren Cannabis Diagnose Hub.

Warum Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau so wichtig ist

Luftfeuchtigkeit Cannabis Stomata Transpiration Nahaufnahme
Über die Stomata (Spaltöffnungen) verdunsten Cannabis-Blätter Wasser — die Luftfeuchtigkeit steuert diesen Transpirationsprozess massgeblich.

Cannabis reguliert seinen Wasserhaushalt über die Stomata – winzige Poren auf der Blattunterseite. Über diese Öffnungen nimmt die Pflanze CO2 auf und gibt Wasserdampf ab. Wie weit sich die Stomata öffnen oder schliessen, hängt direkt von der Luftfeuchtigkeit Cannabis in der Umgebung ab. Ist die Luft zu trocken, schliesst die Pflanze die Stomata als Schutzmechanismus, drosselt damit aber gleichzeitig die CO2-Aufnahme und verlangsamt das Wachstum erheblich.

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit Cannabis hingegen verdunstet Wasser nur noch sehr langsam. Die Pflanze kann Nährstoffe schlechter transportieren, weil der Transpirationssog nachlasst. Gleichzeitig bildet sich an Blättern und Blütenknospen ein feuchter Film, der Botrytis (Grauschimmel) und Mehltau geradezu einlädt. Besonders in der Blütephase ist das ein kritisches Risiko, das ganze Ernten vernichten kann.

Die Luftfeuchtigkeit Cannabis wirkt also immer im Zusammenspiel mit Temperatur, Luftbewegung und dem Blattwiderstand der Pflanze. Dieses komplexe Zusammenspiel wird durch den VPD-Wert (Vapour Pressure Deficit) beschrieben, auf den wir später genauer eingehen. Wer nur einen Hygrometer im Zelt hat und ab und zu nachschaut, betreibt Klimakontrolle auf Verdacht – mit einem strukturierten Ansatz lässt sich hier deutlich mehr herausholen.

  • Zu trockene Luft: Stomata schliessen sich, Wachstum verlangsamt sich spürbar
  • Zu feuchte Luft: Erhöhtes Schimmelrisiko, schlechterer Nährstofftransport
  • Optimale Luftfeuchtigkeit Cannabis fördert maximale Transpiration und CO2-Aufnahme
  • Luftfeuchtigkeit Cannabis und Temperatur müssen immer gemeinsam betrachtet werden
  • VPD ist der präziseste Indikator für optimales Klimamanagement

Optimale Luftfeuchtigkeit Cannabis für jede Wachstumsphase

Luftfeuchtigkeit Cannabis optimale Werte je Wachstumsphase
Die optimale Luftfeuchtigkeit für Cannabis ändert sich von Keimung bis Blüte deutlich — jede Phase hat ihren eigenen Zielbereich.

Jede Wachstumsphase stellt andere Anforderungen an das Klima. Sämlinge und frisch gekeimte Pflanzen haben noch kein vollständig entwickeltes Wurzelsystem und nehmen Wasser hauptsächlich über die Blätter auf. Deshalb brauchen sie eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit Cannabis als ausgewachsene Pflanzen in der Blüte. Im Keimlingsstadium empfehlen sich Werte zwischen 65 und 80 Prozent relative Luftfeuchtigkeit Cannabis (rLF). Eine Samlingshaube oder ein Propagator hilft, dieses Mikroklima stabil zu halten und beugt vor, dass ein Keimling umfällt.

In der Vegetationsphase, sobald die Pflanze ein funktionierendes Wurzelsystem entwickelt hat und aktiv wächst, sind Werte zwischen 50 und 70 Prozent ideal. Die Pflanze kann in dieser Phase robuster mit Schwankungen umgehen als später in der Blüte. Trotzdem solltest du dauerhaft über 70 Prozent rLF vermeiden, da sich dann erste Probleme mit Mehltau entwickeln können – besonders wenn die Luftzirkulation nicht optimal ist.

Die Blütephase ist die kritischste Phase für die Luftfeuchtigkeit Cannabisskontrolle. Mit zunehmender Knospenentwicklung entstehen immer dichtere Strukturen, in denen sich Feuchtigkeit stauen kann. In den Wochen 1 bis 4 der Blütephase empfehlen sich 40 bis 50 Prozent rLF. Ab Woche 5 bis zur Ernte solltest du auf 35 bis 45 Prozent absenken. In den letzten zwei Wochen vor der Ernte, wenn viele Grower einen leichten Trockenstress einsetzen, können auch Werte unter 40 Prozent sinnvoll sein.

Die Reifungsphase kurz vor der Ernte ist besonders schimmelkritisch, weil die Blütenknospen ihr maximales Volumen erreicht haben und Luft kaum noch zirkulieren kann. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, senkt die Luftfeuchtigkeit Cannabis auf 35 bis 40 Prozent und sorgt gleichzeitig für gute Luftbewegung durch Oszillatoren und ausreichend Abluft. Damit schützt du deine Ernte in der letzten und wichtigsten Phase des Anbauzyklus.

  • Keimling und Sämling: 65 bis 80 Prozent rLF
  • Vegetationsphase: 50 bis 70 Prozent rLF
  • Frühe Blütephase (Woche 1-4): 40 bis 50 Prozent rLF
  • Späte Blütephase (Woche 5+): 35 bis 45 Prozent rLF
  • Letzte 2 Wochen vor Ernte: 35 bis 40 Prozent rLF für maximale Schimmelvorbeugung

VPD verstehen und nutzen: Luftfeuchtigkeit Cannabis präzise steuern

Luftfeuchtigkeit Cannabis VPD Tabelle Temperatur Luftfeuchtigkeit
Die VPD-Tabelle zeigt den optimalen Bereich zwischen Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit für gesundes Cannabiswachstum.

VPD steht für Vapour Pressure Deficit und beschreibt den Unterschied zwischen dem aktuellen Wasserdampfdruck in der Luft und dem maximal möglichen Wasserdampfdruck bei einer gegebenen Temperatur. Einfach gesagt: VPD misst den ‚Durst‘ der Luft nach Feuchtigkeit. Je höher der VPD-Wert, desto trockener und hungriger ist die Luft – und desto stärker verdunsten Pflanzen. Ein niedriger VPD bedeutet, die Luft ist schon fast gesättigt und Verdunstung findet kaum noch statt.

Für Cannabis gelten folgende VPD-Richtwerte: In der Vegetationsphase sind 0,8 bis 1,2 kPa optimal. In der Blütephase empfehlen sich 1,0 bis 1,5 kPa. Diese Werte fördern eine aktive Transpiration ohne die Pflanze zu stressen. Der Vorteil von VPD gegenüber einer reinen rLF-Messung liegt darin, dass Temperatur und Feuchtigkeit gemeinsam bewertet werden. Eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent bei 20 Grad Celsius ergibt einen anderen VPD als 50 Prozent bei 28 Grad.

Praktisch angewendet: Wenn du im Sommer mit erhöhten Temperaturen kämpfst, musst du die Luftfeuchtigkeit entsprechend anpassen, um im optimalen VPD-Bereich zu bleiben. Unser kostenloser VPD-Rechner oder eine VPD-Tabelle hilft dabei, schnell die richtige Kombination aus Temperatur und rLF zu ermitteln. Viele moderne Growroom-Controller können VPD sogar direkt berechnen und Lüfter oder Befeuchter automatisch steuern.

Beachte: Der VPD-Wert der Luft und der sogenannte Blatt-VPD können unterschiedlich sein, da die Blatttemperatur meist leicht unter der Lufttemperatur liegt. Fortgeschrittene Grower messen deshalb die Blatttemperatur separat mit einem Infrarot-Thermometer und rechnen den Blatt-VPD aus. Für Einsteiger reicht es aber völlig aus, mit dem Luft-VPD zu arbeiten und die oben genannten Richtwerte einzuhalten.

  • VPD = Vapour Pressure Deficit, beschreibt den ‚Durst‘ der Luft
  • Vegetationsphase optimal: 0,8 bis 1,2 kPa
  • Blütephase optimal: 1,0 bis 1,5 kPa
  • Temperatur und rLF immer zusammen im VPD-Kontext betrachten
  • Blatt-VPD ist präziser, Luft-VPD reicht für die meisten Grower aus

Luftfeuchtigkeit im Growzelt erhöhen: Methoden und Tipps

Luftfeuchtigkeit Cannabis Befeuchter im Growzelt Vegetationsphase
Ein Ultraschall-Befeuchter im Growzelt hebt die Luftfeuchtigkeit für junge Cannabis-Pflanzen in der Vegetationsphase an.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit ist besonders ein Problem in der Keimlings- und frühen Vegetationsphase, häufig auch in Wintermonaten, wenn die Heizungsluft sehr trocken ist. Die einfachste Lösung ist ein Befeuchter – hier unterscheidet man zwischen Ultraschallbefeuchtern und Verdunstungsbefeuchtern (auch Evaporatoren genannt). Ultraschallbefeuchter sind günstig und effektiv, produzieren aber feinen Kalkstaub, wenn hartes Leitungswasser verwendet wird. Fuelle sie deshalb möglichst mit destilliertem oder osmotisch aufbereitetem Wasser.

Verdunstungsbefeuchter sind kalkfreier, aber langsamer und weniger effektiv bei grossen Volumen. Für kleine Growzelte bis 1 qm reichen auch einfachere Methoden: Ein offenes Becken mit Wasser, feuchte Tücher oder das gezielte Besprühen von Wänden und Boden im Zelt können die Luftfeuchtigkeit vorübergehend anheben. Langfristig ist ein Befeuchter mit Hygrostat-Steuerung jedoch die komfortabelste und präziseste Lösung.

Auch die Abluftleistung beeinflusst die Luftfeuchtigkeit stark. Wer einen sehr starken Ablüftventilator betreibt, saugt permanent trockene Aussenluft nach und senkt damit die Innenfeuchte. Reduziere in der Vegetationsphase die Abluftleistung leicht oder nutze einen Drehzahlregler, um die gewünschte rLF zu halten. Achte aber darauf, dass CO2-Versorgung und Luftaustausch weiterhin gewährleistet bleiben.

  • Ultraschallbefeuchter: schnell und effektiv, am besten mit destilliertem Wasser
  • Verdunstungsbefeuchter: kalkfrei, aber langsamer
  • Abluftleistung reduzieren kann die Innenfeuchte erhöhen
  • Hygrostat-Steuerung sorgt für automatische Regulation
  • In der Keimphase: Propagatorhaube oder Samlingshaube nutzen

Luftfeuchtigkeit senken in der Blütephase: Schimmel verhindern

Luftfeuchtigkeit Cannabis Entfeuchter Blütephase Schimmelschutz
In der Blütephase senken Entfeuchter und Abluft die Luftfeuchtigkeit ab, um Schimmelbildung an dichten Buds zu verhindern.

In der Blütephase ist das Senken der Luftfeuchtigkeit die größte Herausforderung – besonders in feuchten Klimazonen oder im Herbst, wenn die Aussenluft bereits sehr viel Feuchtigkeit enthält. Ein Entfeuchter (Dehumidifier) ist hier das Mittel der Wahl. Geräte mit integriertem Hygrostat lassen sich auf einen Zielwert einstellen und schalten sich automatisch ein, wenn die rLF überschritten wird. Achte auf die Leistungsangabe in Litern pro Tag – für ein Growzelt von 1 bis 2 qm reichen meist 10 bis 20 Liter pro Tag.

Neben einem Entfeuchter hilft auch eine verbesserte Luftzirkulation dabei, feuchte Stagnationszonen zu beseitigen. Oszillierende Ventilatoren (Lüfter, die sich drehen) sollten so platziert werden, dass sie durch alle Ebenen des Zelts wehen – von unten nach oben und von den Seiten in die Mitte. Direkte, starke Beströmung auf Blütenknospen solltest du allerdings vermeiden, da das zu Windstress und Ertragsverlusten führen kann. Stattdessen: Generell gute Luftbewegung ohne direkte Hotspots.

Beim Anbau dichtbelüteter Sorten oder wenn du viele Pflanzen auf engem Raum ziehst, lohnt es sich, in der Blütephase auch Lollipopping und Defoliation einzusetzen. Das Entfernen von unterer Vegetation und zu dicht sitzenden Blättern verbessert die Luftzirkulation erheblich und reduziert das Schimmelrisiko spürbar. Achte zusätzlich darauf, dass du nicht überwässerst – feuchte Substratoberflächen tragen ebenfalls zur erhöhten Innenfeuchte bei. Wie du richtig wässerst, erfährst du in unserem Artikel zum Thema Cannabis richtig giessen.

Wenn trotz aller Massnahmen Schimmelbefall aufgetreten ist, musst du sofort handeln: Entferne befallene Pflanzenteile, senke die Luftfeuchtigkeit weiter ab und erhöhe die Luftbewegung. Prüfe ausserdem, ob es ‚kalte Zonen‘ im Zelt gibt, in denen sich Kondenswasser bildet – das passiert häufig in Bereichen, die weit von der Lichtquelle entfernt sind. Eine gleichmäßige Temperaturverteilung ohne Kaltflecken ist deshalb ebenfalls Teil einer effektiven Schimmelvorbeugung.

  • Entfeuchter mit Hygrostat: präziseste Lösung in der Blütephase
  • Leistungsempfehlung: 10 bis 20 Liter pro Tag für Standardgrößen
  • Oszillierende Ventilatoren verbessern Luftzirkulation ohne Windstress
  • Lollipopping und Defoliation fördern Luftzirkulation zwischen Knospen
  • Nicht überwässern: Feuchte Substratoberflächen erhöhen die Raumfeuchte
  • Kaltflecken und Kondenswasserzonen identifizieren und beseitigen

Das richtige Equipment zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau

Luftfeuchtigkeit Cannabis Hygrometer Klimastation Controller
Hygrometer, Klimastationen und Growroom-Controller helfen dabei, die Luftfeuchtigkeit im Cannabis-Growzelt konstant zu überwachen.

Ohne zuverlässige Messung gibt es keine zuverlässige Kontrolle. Ein einfaches digitales Hygrometer mit Temperaturanzeige reicht für den Einstieg – achte auf Modelle, die Min/Max-Werte speichern, damit du auch die Nacht-Tiefstwerte und Tages-Höchstwerte sehen kannst. Diese Werte sind wichtig, denn gerade nachts, wenn die Beleuchtung aus ist und die Temperatur sinkt, steigt die relative Luftfeuchtigkeit oft deutlich an und kann in den kritischen Bereich rutschen.

Für ambitioniertere Setups empfehlen sich Klimastationen mit mehreren Sensoren. So kannst du gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit in der Einluftöffnung, im Pflanzenbereich und im Abluftbereich messen – und Gradienten im Zelt erkennen. Smarte Sensoren, die per App ausgelesen werden können, erlauben sogar die Protokollierung von Klimadaten über Wochen, was die Problemdiagnose erheblich vereinfacht.

Eine Hygrosteckdose oder ein Hygrostat-Controller ist die sinnvolle Ergänzung, sobald du Befeuchter oder Entfeuchter betreibst. Du gibst einen Zielwert vor (zum Beispiel 45 Prozent rLF), und das Gerät schaltet den angeschlossenen Befeuchter oder Entfeuchter automatisch ein und aus. Damit musst du nicht mehrfach täglich manuell nachjustieren und vermeidest gleichzeitig Extreme nach oben oder unten. Für einen vollständigen Überblick über alle Klimafaktoren im Growzelt empfehlen wir auch unseren Artikel zum Thema Cannabis Indoor Anbau Anleitung.

Zusammenfassung der empfohlenen Ausrüstung: Mindestens ein digitales Hygrometer mit Min/Max-Speicher, ideal mehrere Sensoren an verschiedenen Positionen im Zelt, ein Hygrostat-Controller für Automatisierung, und je nach Phase entweder Befeuchter oder Entfeuchter. Die Investition in gutes Klimaequipment amortisiert sich schnell durch vermiedene Schimmelschäden und bessere Erträge.

  • Digitales Hygrometer mit Min/Max-Speicher: Basisausstattung für jeden Grower
  • Mehrere Sensoren: Klimagradienten im Zelt erkennen
  • Smarte Sensoren mit App-Anbindung: Langzeitprotokollierung möglich
  • Hygrosteckdose/Hygrostat-Controller: Automatische Regelung von Befeuchter oder Entfeuchter
  • Kombination aus guter Messung und Automatisierung verhindert kostspielige Fehler

Häufige Fehler bei der Luftfeuchtigkeit im Growroom und wie du sie vermeidest

Luftfeuchtigkeit Cannabis häufige Fehler im Growzelt
Feuchte Substratoberfläche, fehlende Umluft und zu dichter Pflanzenstand sind häufige Fehler bei der Luftfeuchtigkeitsregulierung.

Einer der häufigsten Fehler ist das Vergessen der Nachtmessungen. Wenn die Lampe ausmacht, sinkt die Temperatur im Zelt oft um 5 bis 10 Grad. Da kühlere Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann, steigt die relative Luftfeuchtigkeit automatisch an – manchmal von unbedenklichen 50 auf problematische 70 Prozent oder mehr. Prüfe deshalb immer auch den Minimalwert deines Hygrometers am nächsten Morgen und stelle sicher, dass die Nachtfeuchte im sicheren Bereich bleibt.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Überwässern in Kombination mit zu dichter Bepflanzung. Feuchte Substratoberflächen geben kontinuierlich Feuchtigkeit an die Luft ab, und wenn gleichzeitig Blattwerk die Luftbewegung blockiert, entstehen ideale Bedingungen für Schimmel. Dieser Zusammenhang wird oft erst dann erkannt, wenn bereits ein Problem besteht – achte deshalb präventiv auf ausreichende Abstände zwischen Pflanzen und trockene Substratoberflächen zwischen den Wässerungen. Tipps dazu findest du in unserem Artikel Cannabis richtig giessen.

Viele Einsteiger betreiben ihren Abluftventilator auf maximaler Stufe und wundern sich dann, warum die Luftfeuchtigkeit in der Vegetationsphase nicht auf gewünschte Werte steigt. Zu starke Abluft saugt permanent trockene Aussenluft nach und macht jeden Befeuchter wirkungslos. Nutze einen Drehzahlregler und stell die Abluft so ein, dass ein leichter Unterdruck im Zelt besteht, ohne dass die gesamte Luft sekündlich ausgetauscht wird. Eine grobe Faustregel: Die Luft im Zelt sollte sich alle 1 bis 3 Minuten einmal erneuern.

Schliesslich unterschätzen viele Grower den Einfluss von Nährstoffmangel auf die Stressreaktionen der Pflanze. Eine Pflanze, die beispielsweise unter Kalziummangel leidet, hat eine geschwächtere Zellstruktur und ist anfälliger für Pilzinfektionen – auch wenn die Luftfeuchtigkeit eigentlich im Normalbereich ist. Gesunde Pflanzen mit ausgewogener Nährstoffversorgung sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber Klimaschwankungen.

  • Nachtmessungen vergessen: rLF steigt mit sinkender Temperatur deutlich an
  • Überwässern plus dichte Bepflanzung: ideale Schimmelbedingungen
  • Abluft auf Maximum: macht Befeuchter in der Vegetationsphase wirkungslos
  • Schimmelbefall wird oft erst erkannt, wenn er bereits fortgeschritten ist
  • geschwächte Pflanzen durch Nährstoffmangel sind anfälliger für Pilzprobleme

Häufig gestellte Fragen

Welche Luftfeuchtigkeit ist optimal in der Blütephase?

In den ersten vier Wochen der Blütephase empfehlen sich 40 bis 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Ab Woche 5 bis zur Ernte solltest du auf 35 bis 45 Prozent absenken, um Schimmel und Botrytis zuverlässig zu verhindern. In den letzten zwei Wochen vor der Ernte sind sogar Werte unter 40 Prozent vorteilhaft.

Was ist VPD und wozu brauche ich es beim Cannabis Anbau?

VPD (Vapour Pressure Deficit) beschreibt den Unterschied zwischen aktuellem und maximal möglichem Wasserdampfdruck bei einer gegebenen Temperatur. Er hilft dir, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen zu bewerten, statt sie getrennt zu betrachten. Für Cannabis gilt in der Vegetationsphase ein VPD von 0,8 bis 1,2 kPa und in der Blütephase 1,0 bis 1,5 kPa als optimal.

Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit im Growzelt schnell senken?

Die effektivsten Massnahmen sind: Entfeuchter mit Hygrostat-Steuerung einsetzen, die Abluftleistung erhöhen, Umluftfans verbessern, Lollipopping und Defoliation durchführen sowie das Giessintervall strecken, damit die Substratoberfläche trockener ist. Eine Kombination aus diesen Massnahmen bringt schnelle Ergebnisse.

Warum steigt die Luftfeuchtigkeit nachts so stark an?

Wenn die Beleuchtung ausgeschaltet wird, sinkt die Temperatur im Growzelt. Da kühlere Luft weniger Wasserdampf speichern kann, steigt die relative Luftfeuchtigkeit bei gleichem absoluten Wassergehalt automatisch an. Deshalb solltest du immer die Min/Max-Werte deines Hygrometers prüfen und ggf. einen Ventilator oder Entfeuchter auch für die Nachtphase einplanen.

Wie merke ich, dass die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist?

Typische Zeichen für zu trockene Luft sind eingerollte Blattspitzen, nach unten gewölbte (clawing) Blätter, verlangssamtes Wachstum und eine auffallend schnell austrocknende Substratoberfläche. Besonders junge Pflanzen zeigen durch Welke oder Hängen, dass sie Stress durch Trockenheit haben. Ein VPD-Wert über 1,5 kPa ist ebenfalls ein Warnzeichen.

Brauche ich sowohl Befeuchter als auch Entfeuchter?

Das hängt von deinen Anbaubedingungen ab. In vielen Setups ist in der Vegetationsphase ein Befeuchter nötig und in der Blütephase ein Entfeuchter. Wenn du das ganze Jahr anbaust und saisonale Klimaschwankungen hast, macht es Sinn, beides vorratig zu haben. Eine Hygrosteckdose, die automatisch schaltet, vereinfacht die Nutzung beider Geräte erheblich.

Fazit

Die Luftfeuchtigkeit Cannabis Anbau ist kein Detail, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor – von der Keimung bis zur Ernte. Mit den richtigen Zielwerten je Phase, einem Verständnis für VPD und dem passenden Equipment kannst du Schimmel, Trockenstress und Ertragsverluste zuverlässig verhindern. Investiere in ein gutes Hygrometer, arbeite mit einem Hygrostat-Controller und prüfe regelmäßig auch die Nacht-Minimalwerte. Wer Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Belüftung aufeinander abstimmt, schafft optimale Wachstumsbedingungen und erntet am Ende dichtere, gesundere Blütenkolben.

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